Im Zuge der Anlauf- und Konkretisierungsphase der Consultingkomponente im Vorhaben PreViMujer III hat sich gezeigt, dass für eine fachgerechte, kontextsensible und wirkungsorientierte Umsetzung zusätzliche Leistungen erforderlich sind, die in den ursprünglichen Vergabeunterlagen weder in dieser Form noch in diesem Umfang vorgesehen waren. Die beantragte Vertragsergänzung in Höhe von EUR 148.250 verändert den Charakter des Auftrags nicht, sondern dient der qualitätsgesicherten und risikobewussten Erreichung der vereinbarten Projektziele, insbesondere im Output 3 zur Stärkung von Bildungseinrichtungen bei der Prävention von Gewalt gegen Frauen.
Die Vergabeunterlagen sehen die Anpassung und Umsetzung der Präventionsmethodologien "Ruta Participativa", "Game Over", "Entornos Educativos Libres de Violencia contra las Mujeres" (ELI) und "Comunidad Universitaria Segura" (CUS) vor. In der Vorbereitung und ersten Umsetzung in den Projektregionen Azuay, Cañar und Morona Santiago wurde jedoch deutlich, dass hierfür zusätzliche vorbereitende und begleitende Leistungen erforderlich sind. Dazu zählen insbesondere die Erhebung und Aufbereitung von Ausgangsdaten, die Anpassung von Erhebungsinstrumenten (Interviewleitfäden, Fragebögen, Einverständniserklärungen und Protokollen) sowie die Durchführung, Transkription und Auswertung von Interviews und Fokusgruppen mit relevanten Akteur*innen aus Schulen und Hochschulen. Diese Leistungen sind notwendig, um die Interventionen evidenzbasiert, institutionenspezifisch und unter Beachtung des Do-no-harm-Prinzips umzusetzen.
Vor diesem Hintergrund wird die Einrichtung einer neuen Budgetlinie für nationale Kurzzeitexpertinnen beantragt. Diese sollen klar abgegrenzte Zusatzleistungen übernehmen, insbesondere in den Bereichen Datenerhebung, Moderation und Durchführung von Interviews und Fokusgruppen, Transkription und Systematisierung, kontextbezogene fachliche Zuarbeit, Anpassung von Materialien sowie Begleitung dezentraler Prozesse. Dies umfasst insbesondere die Aktualisierung des Online-Kurses "Universidad segura, libre de violencia contra las mujeres" sowie die Entwicklung einer spezifischen Version für das Vizeministerium für Hochschulbildung und Institute der höheren Bildung. Ebenso betrifft dies den Kurs "Escuelas seguras, libres de violencia contra las mujeres" in Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium. Nationale Kurzzeitexpertinnen sind hierfür erforderlich, da diese Aufgaben vertiefte Kenntnisse des ecuadorianischen Bildungs- und Gewaltpräventionskontexts, kulturelle und sprachliche Sensibilität, Zugang zu lokalen Akteur*innen sowie kurzfristige Verfügbarkeit vor Ort voraussetzen. Sie ersetzen das vertraglich vorgesehene Schlüsselpersonal nicht, sondern ergänzen dieses bedarfsorientiert, um die im Projektverlauf entstandenen Zusatzanforderungen effizient und qualitätsgesichert abzudecken.
Darüber hinaus ist eine Aufstockung internationaler Beratungstage erforderlich, um die fachliche und methodische Qualität der in den Bildungseinrichtungen eingesetzten Instrumente sicherzustellen.
Ein Wechsel die Auftragnehmerin kann aus wirtschaftlichen und technischen Gründen nicht erfolgen, da die zusätzlichen Leistungen eng mit den bereits durchgeführten und vertraglich vereinbarten Leistungen verzahnt sind. Die Auftragnehmerin verfügt über spezifisches Know-how und Kontextexpertise im ecuadorianischen Bildungs- und Gewaltpräventionssystem sowie etablierte Zugänge zu lokalen Akteur*innen. Eine neue Auftragnehmerin müsste zeitaufwändig und kostspielig eingearbeitet werden, wodurch die fachgerechte und wirkungsorientierte Umsetzung des Projekts gefährdet wäre.